Und was, wenn es Gott doch gibt!

Als Kind war die Sache ganz einfach, mittags wurde zu Jesus gebetet, dass er unser Essen segnen möge und abends zum lieben Gott, dass er meinen Schlaf behüte und alle Menschen die ich lieb hatte. 

Nicht eine Sekunde wäre mir in den Sinn gekommen, dies in Frage zu stellen. Es gab Gott, Jesus, das Christkind, den Nikolaus und den Osterhasen. Punkt um Schluss! So einfach war meine Welt. Mir konnte nie was passieren, weil ja der liebe Gott mir einen Schutzengel an die Seite gestellt hatte der immer auf mich aufpasste.

Die ersten Zweifel kamen mir als ich glaubte hinter dem weißen Rauschebartes des Heiligen Nikolauses unseren Nachbarn erkannt zu haben. Ich fiel aus allen Wolken als ich dann feststellen musste, dass meine Eltern mich nicht nur beim Nikolaus, sondern auch beim Osterhasen und beim Christkind belogen hatten. Mein bedingungsloses Vertrauen in sie war dadurch ein für alle Mal erschüttert.

Doch wenn ich heute an diese Zeit zurückdenke, kann ich ihnen nicht mehr böse sein. Diese naive Zeit der Kindheit in der ich ohne Wenn und Aber glauben konnte zählte zu den schönsten meines Lebens.

Doch dann kam die Schulzeit und der Biologieunterricht, gleichzeitig ein junger Priesteranwärter der uns versuchte die „unbefleckte Empfängnis Marias“ zu erklären. Oh der arme Kerl tut mir noch heute leid.

Ich weiß nicht mehr genau wann ich aufhörte zu beten und es gibt auch kein Schlüsselerlebnis, das mich meinen Glauben in Frage stellen lies. Es war viel mehr ein schleichender Prozess, eine Fülle von Enttäuschungen und kleinen Verletzungen die sich immer mehr summierten, bis ich irgendwann einfach an „nichts“ mehr glaubte. Ich fing an wie alle anderen auch über „Die Kirche“ zu schimpfen. Hatte eine Meinung über „die Bibel“ ohne, dass ich sie je wirklich gelesen hatte. Religion war etwas für die schwachen, die Versager, für die, die es ohne „Hilfe von Oben“ nicht alleine schaffen konnten. Die Welt in der ich als junge Erwachsene lebte war voller Kämpfe in der nur die Härtesten und Stärksten überleben konnten. Ich sah nur was ich sehen wollte.

Tja, bis das Leben mich eines Besseren belehrte. Keine schöne Zeit. Eines Tages musste ich nämlich feststellen, dass ich nicht mehr zu den Harten und Starken zählte. Ich war mitten im Lauf gestolpert, ausgeknockt, BurnOut. Nichts ging mehr.
Damals in den dunkelsten Stunden meines Lebens, als ich nicht mehr ein noch aus wusste, da erinnerte ich mich wieder an die Gebete aus meiner Kindheit und betete in meiner Verzweiflung voller Inbrunst zu einem Gott an den ich doch eigentlich gar nicht mehr glaubte.

Und meine Gebete wurden tatsächlich erhört langsam aber stetig änderte sich mein Leben zum Besseren. Doch wenn du glaubst, dass ich von da an zu den Gläubigen gehörte, dann irrst du dich gewaltig. In mir waren zu viele Zweifel, zu viele ungeheilte Verletzungen und so suchte ich nach einer anderen Definition des GÖTTLICHEN.

Doch was immer ich auch tat, wie sehr ich meditierte, wie viele Bücher ich auch las, egal welche Seminare und Vorträge ich auch besuchte, da war immer diese Stimme die das letzte Wort hatte. Und der Satz der mich damals so sehr verunsicherte lautete:

Und was, wenn es GOTT doch nicht gibt?

Rumms, Tür zu. Alles nur eine Illusion. „GOTT kann man nicht beweisen. Mimi wach auf! Sei doch realistisch. GOTT ist eine Erfindung der Menschen!“

Ständig war ich hin und her gerissen, zwischen meinem Wunsch Gott zu erfahren und meinen Zweifeln.

Bis zu dem Tag an dem meine Freundin Angela mir einen Aufkleber für mein Auto schenkte auf dem stand:

„Und was, wenn es Gott doch gibt!“

Seit dem ist in mir eine neue Stimme, die meinen Zweifeln stets entgegnet:

„Und was, wenn es Gott doch gibt!“


Eine Frage zum Nachdenken:

Was wenn GOTT doch keine Erfindung von uns Menschen ist. Wenn GOTT uns wirklich erschaffen hat und nicht umgekehrt.

„Was, wenn es GOTT doch gibt!“

Wie würde sich dein Blick auf diese Welt und auf dein Leben verändern?


Ein Bibelvers zum Nachlesen:

Lukas 18,17
Hört, was ich euch sage: Wer sich die neue Welt Gottes nicht wie ein Kind schenken lässt, dem bleibt sie verschlossen."