Niet zeuren! Eine persönliche Challenge.


Ich bin ein zeurpiet. Ein tolles Wort oder? Ein zeurpiet ist einer der jammert, meckert, sich beklagt, sich beschwert, nörgelt, heult, quengelt, beanstandet oder auch schimpft.
Lustig, so viele Worte auf Deutsch für dieses eine, kurze Wörtchen auf Niederländisch.
Meine Mutter sagte schon: “Zeur niet!” (Quengle nicht!)  Und beleidigt wurde ich davon stapfen.
Natürlich habe ich eine Ausrede: ich bin ein Schaf (in der chinesiche Astrologie)  und Schafe sind Meckermäulchen. Aber gut, Ausrede hin oder her, das mag kurz ein empfindliches Ego beruhigen, hilft aber nicht wenn es darauf ankommt.


Und es kommt doch darauf an, oder? Ich weiß nicht wie es dir geht, aber mein Leben ist voller Herausforderungen. Kleine und große. Und eins habe ich festgestellt:

je weniger ich mich beschwere über die Umstände in meinem Leben, je besser es mir geht!

Deswegen habe ich mich Anfang Februar entschieden eine selbst-auferlegte Challenge zu starten: “ik zeur niet meer” ein ganzer Monat lang (Ich nörgle nicht mehr).

Jetzt haben wir Monatsende (ein gut gewählter Monat, sehr kurz) und ich muss sagen: ich mag so sehr was diese Challenge mit mir macht, das ich sie  auf Unendlich verlängre. Es tut mir wirklich sehr gut ganz bewusst nicht zu zeuren!

Anfangs dachte ich: “Ach, ich „zeure“ auch gar nicht so arg. Ich bin in Prinzip ein optimistischer und positiver Mensch. Das wird sich zeigen!“
Pustekuchen! Gerade da kam eine Situation nach dem anderen, wo ich doch berechtigterweise mal maulen konnte. Wer denkt sich was dabei?

  • die Grippe drehte in Endlessloop Schleife #6, seit Januar: heule!
  • der Hund musste aber trotzdem ausgeführt und das Essen irgendwie gekocht, also auch eingekauft werden: nörgel doch!
  • das Wetter war grausam kalt, die Straßen glatt, es legte mich beim Gassi-gehen ein paar Mal flach auf mein Allerwertesten und dabei hatte ich doch erst vor 4 Jahre mein Fußknöchel auf diese Art schon gebrochen und anschließend verschraubt gehabt: ängstige dich und schimpfe!
  • im Hausflur ist vor lauter Kinderwägen und anderer Kram kaum noch durchkommen: da muss mal einer sagen wo das hier lang geht! Was denken die sich!
  • und dann die Auswüchse ein gewisser Typ in den USA und was da überhaupt und sowieso jetzt abgeht, das gibt's doch nicht: beanstande das sofort und lautstark!

Was ist daran abnormal? Das macht doch die ganze Welt?
Genau! Und das ist eben der Krux.

Schaue doch die Jammerposts auf facebook an über die Lage der Welt, das alles nur noch schlimmer wird, das früher alles viel besser war …. und das gleiche findest du nur etwas anders verpackt in den Zeitungen, im Fernsehen, und in den Gesprächen in der Nachbarschaft.

Nein danke! Nicht mehr. Ich nicht mehr und nicht mehr mit mir!
Ich übernehme ab sofort Verantwortlichkeit dafür dass ich meine ganz eigene Welt kreiere.
Oder krasser noch:

Ich bin verantwortlich dafür was ich sehe in meiner Welt.

In dem Kurs in Wundern steht es so:



Ich weiß jetzt was es mit mir tut wenn ich darauf reinfalle, wenn ich wieder zeure. In kürzester Zeit stürze ich energetisch ab. Ich fühle mich mies. Eventuelle körperliche Beschwerden verstärken sich oder tauchen überhaupt erst auf, ich bemitleide mich und nerve mein schatje (Schätzelein) und … mich selbst auch! Der Tag erscheint grau, von allen Seiten kommen mir die Nörgeleien wie Spiegelbilder meines Selbst entgegen.

Ich habe in dieser Zeit entdeckt das es eigentlich zwei Sorten von Ärgernissen gibt: die, die sehr unmittelbar sind und ganz einfach “abgeschüttelt” werden können und die, die in Resonanz gehen mit Ärger der in tiefere Schichten archiviert wurde und viel schwieriger sind los zu werden. Die brodeln gerne unter der Oberfläche weiter und laden ein zu Meckerei und Selbstbeklag.

Diese letzte Sorte ist hartnäckig. Was da hilft? Sich beobachten mit Adleraugen: was passiert da eigentlich? Wo kommt der ganze Groll her? Was macht das mit mir?
Innehalten und beobachten. Nicht verurteilen. Nicht verändern. Keine Schräubchen drehen und oberflächlich reparieren wollen. Es hilft ja eh nicht! Einfach geschehen lassen, neugierig hinschauen und aushalten.

So langsam wächst dann die Aufmerksamkeit dafür dass ich diejenige bin die sich dies antut. Und keiner sonst. Keine Umstände sind für meine Gefühle verantwortlich. Kein Mensch ist “Schuld” daran wie ich mich fühle.

Ja, und bei mir war es dann ganz wichtig mich selbst für dieses gezeur
zu vergeben. Ganz liebevoll, wie ein Kind übers Köpfchen streicheln und sagen: “ Ach mein Liebchen, komm mal her. Das ist alles nicht so schlimm. Du meinst es doch so nicht, du bist doch ganz anders! Alles ist gut!”

Wenn ich mich selbst, so wie ich bin annehme, verzeihe, lieb habe, dann kann ich auch spüren wie sehr Gott mich liebt. Wie unendlich groß und herrlich seine Liebe für mich ist.
Dann kann ich bei Ihm Zuflucht suchen und mich heilen lassen.

Und spätestens dort hört das ganze gemecker und geheule (auch oft nur innerlich gefühlt) auf. Da bleibt dann das beglückende Gefühl richtig angenommen zu sein, ganz sicher und geborgen.

In Ihm bin ich stark. In Ihm bin ich sicher. Durch Ihm kann ich mit offene Armen in die Welt hinein gehen, mit offenem Herzen, voller Liebe für mich selbst und alle Menschen um mich herum. Dann verändert sich meine Welt. Ich sehe nur Liebe, egal wo ich hinschaue.
und dann gibt es so überhaupt kein Grund mehr zu zeuren! Wozu auch?

Ich bin so gesegnet, so erfüllt mit Liebe. Die schenke ich gerne weiter, mit großer Freude. Platz zum Meckern gibt es dabei nicht.
Die Umstände mögen immer noch die gleiche sein, meine Wahrnehmung für sie hat sich komplett verändert.

IN mir ist Frieden und das sehe ich jetzt auch außerhalb von mir.

Und du? Hättest du auch Lust auf eine Nicht-Nörgeln-Challenge? Spürst du auch dass du da etwas ändern möchtest? Dann schreib mir doch.
Oder hast du so etwas schon gemacht? Welche Erfahrungen hast du mit beschweren und jammern gemacht, konntest du es für dich schon umdrehen, und wie?
Ich freue mich auf deine Kommentare!


deine Joan